Gewebeschlauch/Geotextilien

Weberei

Die großen Webstühle im Erdgeschoß stellen ausschließlich Textilschläuche her. Sie verweben dazu bis zu 600 unter gleichmäßiger Spannung von unten zulaufende Kettfäden mit den Schussfäden, die von vier bzw. sechs Spulen gleichzeitig innerhalb des Webstuhles mittels der Schützen mit einer Geschwindigkeit von ca. 50 Umdrehungen pro Minute durch die Kettfäden hindurchlaufen und festgedrückt werden. Die Kettfäden sind auf großen Ständern seitlich der Maschine aufgesteckt und werden von unten in den Webstuhl geführt. Der Fertigungsdurchmesser des Schlauches wird durch einen Hohlkegel im Zentrum des Webringes festgelegt.

Beim Webvorgang werden die Kett- und Schussfäden automatisch auf die richtige Spannung und Festigkeit kontrolliert. Reißt tatsächlich mal ein Faden oder ist eine Spule leer, stoppt die Maschine sofort. Die Mitarbeiterin verbindet umgehend mittels eines Luftdruckgerätes den alten und den neuen Faden miteinander – spleißen heißt das im Fachjargon und führt die entsprechende Spule in den Webstuhl oder in das Gatter ein. Auf diese Weise entstehen keine sichtbaren Verdickungen am fertigen Schlauch, wie sie zum Beispiel Knoten hervorrufen würde. Nur wenn die Arbeitsgeschwindigkeit des Webstuhles gedrosselt wird, kann das Auge den filigranen Prozess des Webens nachvollziehen. Abwechselnd hebt und senkt die Maschine die Kettfäden, um Platz zu schaffen, damit der Schussfaden hindurchjagen kann. Je nach Webstuhl entstehen so ca. 20 Meter Schlauch pro Stunde.

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